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Mein Rückblick auf das Journaling Barcamp 2026 – Als meine Soul Words Flügel bekamen

März 13, 2026

BeimJournaling Barcamp 2026 in Hamburg treffen sich kreative Menschen, die Journaling auf unterschiedlichste Weise nutzen und lieben. Hier werden Ideen geteilt, voneinander gelernt und neue Perspektiven entdeckt. Am ersten Tag fasste ich mir in der Session-Ideen-Runde ein Herz und stellte in einem einminütigen Pitch meine Idee für einen kleinen Workshop über Soul Words vor – ohne zu ahnen, welche Resonanz dieser Vorschlag bekommen würde. Am nächsten Morgen war ich extra zeitig aufgebrochen und dennoch hätte ich meinen Slot für den Soul Word Workshop um ein Haar verpasst: Mein Zug stand wegen eines Oberleitungsschadens quälend lange auf den Elbbrücken, während mein Puls immer schneller wurde. Als das Barcamp für diesen Tag bereits eröffnet wurde, rannte ich mit reichlich Adrenalin durch den Hamburger Hauptbahnhof, um meinen Workshop gerade noch rechtzeitig zu erreichen – und erlebte einen Moment, in dem meine Soul Words plötzlich Flügel bekamen.

Vorgeschichte – „Du gehörst hierher“

Seit Jahren hatte meine Freundin Sandra Reithmayr mir immer wieder vom Journaling Barcamp in Hamburg vorgeschwärmt. „Das würde dir total gefallen. Die Leute sind so klasse!“

Ich war dennoch unsicher. Flipcharts hatte ich damals als Trainerin bei Otto im Verkaufstraining natürlich auch benutzt – aber nie so kunstfertig. Journaling, Artlettering oder Bullet Journals lagen mir als Linkshänderin nie besonders.

Ich arbeite eher mit Collagen, Mixed Media in meinen Maltagebüchern und mit inneren Bildern.

Als Kunsttherapeutin, die eher mit Art- statt Bulletjournals arbeitet, dachte ich lange, ich würde dort vermutlich der bunte Hund sein. Aber Sandra blieb hartnäckig. „Du gehörst hierher.“

Sandra und ich kennen uns aus einer Coaching-Community, in der wir uns vor einigen Jahren begegnet sind. Seitdem begleiten wir uns immer wieder gegenseitig als Sparringspartnerinnen für Ideen, Projekte und persönliche Entwicklung. Also habe ich mich schließlich angemeldet. Zum Glück.

Tag 1 – Ankommen in einer besonderen Atmosphäre

Schon beim Einlass und den lustigen Kreidebildern auf dem Gehweg, auf denen wir Schlange standen, wurde mir klar: Sandra hatte recht.

Die Atmosphäre war von Anfang an offen, herzlich und unglaublich inspirierend. Überall traf ich auf kreative, neugierige Frauen, die ihre Ideen teilten, Fragen stellten, experimentierten und miteinander lachten.

Das Motto des Barcamps lautete dieses Jahr: „Innen wirkt außen – und zurück.“ Und genau das war spürbar.

Vor dem Eingang zum Journaling Barcamp 2026 in Hamburg kommt die Schrift auf den Gehsteig
So findet jeder den Eingang zum Journaling Barcamp 2026 in Hamburg mit Kreideschrift und -Bildern auf den Gehwegplatten
Vor dem Eingang zum Journaling Barcamp 2026 in Hamburg sagt uns Besuchern bereits ein Flipchart im Fenster "Hier bist du richtig"!

Zwei inspirierende Keynotes

Der erste Tag begann mit zwei Keynotes, die uns perfekt auf das Wochenende einstimmten.

Sünje Lewejohann sprach über Schreiben als Akt des Erinnerns und darüber, wie Gedanken und Erfahrungen durch das Schreiben sichtbar werden können. Besonders spannend fand ich, dass sich ihre Kreativität mit Worten inzwischen auch in die Welt der Farben ausgebreitet hat – und beide Ausdrucksformen miteinander verwoben sind.

Am Nachmittag folgte eine ebenso inspirierende Keynote von Tanja Wehr mit dem Titel: „Be your own Captain in Chaos“ Sie zeigte, wie Stift und Papier helfen können, Ordnung in kreatives Chaos zu bringen – und wie gerade dieses Chaos oft der Ursprung neuer Ideen ist.

Schon hier wurde deutlich: Beim Journaling Barcamp geht es nicht um perfekte Notizbücher. Es geht um Selbstverbindung, Kreativität und gemeinsames Lernen.

Das Herz eines Barcamps – der Session Pitch

Zwischen den Keynotes kam der Moment, der jedes Barcamp besonders macht. Die Teilnehmerinnen stellen ihre Ideen für eine Session vor. Wer ein Thema anbieten möchte, fasst sich ein Herz, geht nach vorne und erzählt in etwa einer Minute kurz davon.

Danach wird abgestimmt – mit vier roten Klebepunkten, die wir alle zusammen mit unserem Namensschild erhalten hatten.

Ich hatte mir vorgenommen, meine Soul Words vorzustellen. Ganz ehrlich? Mein Herz klopfte ziemlich laut. Aber ich ging nach vorne – immer mit Sandras Worten im Herzen: „Du bist hier genau richtig.“

Als die Punkte verteilt wurden, traute ich meinen Augen kaum. Mein Slot bekam unglaublich viele zauberhafte rote „Bömmel“. Dieser Moment allein hat mich bereits tief berührt.

Ein Schmetterling und ein Pferd

Später entschied ich mich für einen Slot mit einer Meditation zum Thema Erwecke dein inneres Feuerpferd von Manuela Motzel. Während der Meditation tauchte plötzlich ein Bild in mir auf: Eine Collage, die ich vor längerer Zeit bereits gestaltet hatte.

Ein Schmetterling, der mit erstaunlicher Leichtigkeit ein kraftvolles Pferd lenkt. Wie gut, dass mein Soul Work Book – und damit auch dieses Bild – in meiner Tasche war. Ich musste dieses Bild und meine Freude darüber unbedingt mit den anderen teilen. Es war einer dieser Momente, in denen sich plötzlich ein Kreis schließt.

Auf einer Seite des Soul Work Books  von Sylvia Herdan (ihrer Form eines Art Journals) lenkt ein Schmetterling ein kraftvolles Pferd - Ihr inneres Bild aus dem Workshop von Manuela Morzel "Erwecke dein inneres Feuerpferd" auf dem Journaling Barcamp 2026 in Hamburg

Beseelt nach Hause

Nach einem kurzen Abendessen in kleiner Runde machte ich mich mit der Bahn auf den Heimweg.

Auch das fand ich besonders: Bei den Abschlussworten lag es den Veranstalterinnen sehr am Herzen, dass niemand an diesem Abend ungewollt allein blieb. Sie motivierten uns ausdrücklich, auch hierfür aufeinander zuzugehen. Gerade als eher schüchterner Mensch, der dieses Gefühl von „übrig bleiben“ kennt, fand ich das eine wunderschöne Geste.

Die Heimfahrt war beseelt. Voller Eindrücke. Voller Ideen. Und gleichzeitig froh, noch ausreichend Schlaf zu bekommen – bevor am nächsten Tag mein eigener Slot anstand.

Tag 2 – Der Morgen mit Adrenalin

Der zweite Tag begann … turbulent. Ich wollte richtig früh da sein – gleich wenn sich die Türen öffnen – um meinen Slot, der einer der ersten war, ganz in Ruhe vorbereiten zu können. Doch ein Oberleitungsschaden am Hamburger Hauptbahnhof machte mir einen Strich durch die Rechnung. Unser Zug stand lange auf den Elbbrücken.

Sandra und ich schrieben uns hektisch Nachrichten. Sollen wir unsere Slots tauschen?
Schaffe ich es noch? Dann setzte sich der Zug endlich wieder in Bewegung.

Als im Barcamp bereits das Plenum eröffnet wurde, hechtete ich durch den Hamburger Hauptbahnhof, sprang ins Taxi und kam etwa zehn Minuten vor Beginn meines Workshops an. Mit genug Adrenalin im Blut für mindestens zehn Workshops.

Die Raupe wird zum Schmetterling

Während ich noch am Vorbereiten war, kam eine Teilnehmerin nach der anderen dazu. Und dann stand ich da. Vor über 40 Frauen, die meinen Slot „Soul Words“ besuchen wollten. Erst später erzählte mir meine Freundin Sandra, die Fotos gemacht hatte, dass sie irgendwann bei vierzig aufgehört hat zu zählen.

Ich erzählte, wie meine Methode entstanden ist. Die Soul Words sind aus einem sehr persönlichen Prozess gewachsen. Irgendwann bemerkte ich, dass bestimmte Worte meinen inneren Dialog begleiteten – kleine Kommentare zu meinem Denken und Handeln. Mir wurde klar: „Gegenüber der wichtigsten Person deines Lebens, dir selbst gegenüber, benutzt du die harschesten Worte!“ Statt diese Stimmen einfach laufen zu lassen, begann ich, sie bewusst zu verwandeln – Soul Word für Soul Word – Bild für Bild.

Sylvia Herdan erläutert am Flipchart ihre Methode der Soul Words auf dem Journaling Barcamp 2026 in Hamburg
Eine Teilnehmerin blättert durch die Soul Words von Sylvia Herdan auf dem Journaling Barcamp 2026 in Hamburg
Im Rahmen ihres Workshops zeigt Sylvia Herdan einige ihrer Soul Words auf dem Journaling Barcamp 2026 in Hamburg
Im Rahmen des Workshops von Sylvia Herdan gestalten die Teilnehmer ihre Soul Words nach einer Meditation auf dem Journaling Barcamp 2026 in Hamburg

Aus Worten wurden Bilder. Und aus Bildern entstand nach und nach eine eigene Bild-Schrift. Heute nutze ich diese Methode auch in Workshops und Team-Events.

Dann leitete ich eine kurze Meditation an. Ein Wort für dieses Wochenende. Ein Wort, das klingen darf.

Im Rahmen ihres Workshops leitet Sylvia Herdan eine Meditation an, in der ihre Teilnehmer das Wort finden, aus dem sie anschließend ihr Soul Word gestalten auf dem Journaling Barcamp 2026 in Hamburg
Die Teilnehmer während der Meditation in Sylvia Herdans Workshop auf dem Journaling Barcamp 2026 in Hamburg

Und dann wurde es still. Eine konzentrierte und gleichzeitig entspannte Stille lag im Raum. Fineliner, Filzstifte, Farben und Linien – und über 40 Frauen, die ihr persönliches Soul Word gestalteten und ihren Gedanken nachspürten.

Dieser Moment war für mich ein ganz einzigartiger. Für mich war es in diesem Moment, als hätte die Raupe Soul Words ihre Verpuppung beendet. Und über 40 zauberhafte Soul-Word-Schmetterlinge breiteten ihre Flügel aus.

Rückenwind

Im Anschluss kamen mehrere Teilnehmerinnen auf mich zu. Sie sprachen von möglichen Soul Words-Teamevents, von Soft Skills, von der Kraft eines Wortes als Anker für gelungene Zusammenarbeit und tieferes gegenseitiges Verständnis, von Soul Words als Möglichkeit, mit „neuen Worten“ ins Gespräch zu kommen.

Viele hoben auch meine ruhige Stimme hervor. Die Meditation. Die Atmosphäre.

Hier in meinem Atelier in der Nordheide arbeite ich oft allein – zwischen Farben, Papieren und Ideen. Zu erleben, dass diese Arbeit plötzlich in einem Raum voller Menschen etwas zum Klingen bringt, war ein ganz besonderer Moment.Ein paar Wochen später erschien auf Instagram ein Rückblick des Journaling Barcamps auf meinen Slot.

Ein Bild des Instagram Posts vom journaling_barcamp zu Sylvia Herdans Soul Words Workshop auf dem Journaling Barcamp 2026 in Hamburg

Besonders berührt hat mich, dass Teilnehmerinnen ihre Soul Words weitergetragen haben. So teilte @minnie_atur ihre beiden entstandenen Soul Words – zusammen mit einem Kommentar, der mich noch lange begleiten wird.

Solche Momente sind für mich das Schönste: Wenn ein Wort oder ein Bild aus einem Workshop weiterlebt und seinen eigenen Weg findet. Oder wenn Soul Words, die durch meinen Online-Kurs entstanden sind, ihren Weg zu mir finden. Dann weiß ich, die Soul Words haben Flügel bekommen.

Manchmal braucht man auch eine Pause

Nach diesem sonntäglichen Senkrecht-Start fiel es mir schwer, mich wieder ganz auf die anderen Slots einzulassen. Zum Glück gehört es beim Barcamp ausdrücklich dazu, auch einmal zu sagen: „Ich mache jetzt Pause.“

Also setzte ich mich mit einem Kaffee dazu und beobachtete eine Gruppe von Frauen, die sich spontan zu einer Häkel-Session zusammengefunden hatten. Auch das ist Barcamp.

Mein Tribe

Diese zwei Tage waren voller Wärme, Inspiration und echter Begegnung. Ich habe großartige Frauen kennengelernt. Ideen wurden angeschubst. Projekte haben Wurzeln geschlagen. Und ich hatte das Gefühl: Ich habe meinen Tribe gefunden.

Als mich am Abend unser Sohn abholte, wir noch gemeinsam essen gingen und er mich später sogar bis zum Gleis begleitete, war das die Sahnehaube auf einem ohnehin magischen Wochenende.

Was ich mitnehme

Wenn ich an dieses Wochenende zurückdenke, sehe ich mich wieder am ersten Tag vorne stehen, mit klopfendem Herzen, um in einer Minute meine Idee für einen Soul Words Workshop zu pitchen. Und ich sehe mich am nächsten Morgen durch den Hamburger Hauptbahnhof rennen – mit reichlich Adrenalin im Gepäck.

Dazwischen liegen zwei Tage voller Begegnungen, Inspiration und überraschender Momente. Und der Augenblick, in dem ich spürte: Meine Soul Words haben begonnen, ihre Flügel auszubreiten.

Ich nehme von diesem Wochenende Rückenwind mit. Mut. Und die Gewissheit, dass manchmal ein einziges Wort ausreicht, um etwas in Bewegung zu setzen.

Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Journaling Barcamp.

Wenn dich Soul Words neugierig machen

Wenn dich die Arbeit mit Soul Words neugierig gemacht hat, findest du mehr darüber in meinen kreativen Workshops und Team-Events in der Nordheide oder im Online-Kurs Soul Words.

Oder du schreibst mir einfach.

Ich freue mich immer über Nachrichten aus anderen Journal-Welten.

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